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THG-Quote: So können Elektroauto-Fahrer:innen nebenbei Geld verdienen

Ladestation für Elektroautos
Ladestation für Elektroautos; Quelle: andreas160578/pixabay

Elektromobilität. Business. Ab Januar 2022 können Besitzer:innen von Elektroautos dank der THG-Quote eine jährliche Prämie in Höhe von mehreren Hundert Euro ergattern. Und das nicht nur als Flottenbetreiber sondern auch als Privatleute.

Was steckt hinter der THG-Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, regelt, in welcher Größenordnung Mineralölkonzerne ihrem Angebot an fossilem Sprit auch emissionsfreie Kraftstoffe beimischen müssen. Dieser Anteil steigt jährlich. Erst im Mai 2021 hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, indem es heißt, dass die THG-Quote schrittweise von sechs auf 25 Prozent im Jahr 2030 erhöht wird.

Mit dieser Quote will die Politik vom Verkehr ausgehende Emissionen senken und klimaschonende Antriebsarten und diejenigen, die sie benutzen, fördern. Bereits jetzt können Firmen, die Strom aus erneuerbaren Energien produzieren, Erlöse durch die THG-Quote generieren. Ab Januar 2022 gilt dies auch für Halter:innen von Elektroautos und Ladesäulenbetreiber, die sich die eingesparten Emissionen gutschreiben lassen können.

Start-ups sorgen für Geldregen

In der Praxis klappt das nur aufgrund diverser Start-ups, die aus der THG-Quote ein neues Geschäftsmodell gemacht haben. Sie sammeln die Daten und Unterlagen, die für die Ausschüttung der Gelder benötigt werden, ein und leiten sie gesammelt an das Umweltamt weiter. Dort gibt es eine Bescheinigung für die Strommengen und Emissionsminderungen, mit denen die Start-ups dann im großen Stil handeln. Da quotenverpflichtende Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, oft ihre Emissionen nicht eigenständig reduzieren können, wird ihnen der Handel von THG-Quoten mit Unternehmen ermöglicht, die emissionsfreie Kraftstoffe in den Verkehr bringen. So entsteht der Handel mit den Daten durch neue Start-ups. Denn für die großen Konzerne wäre es zu viel Arbeit, sich von einzelnen Privatkunden oder Unternehmen die benötigten Quoten zusammenzukaufen.

„Sowohl für die Antragsteller, die den Aufwand der Antragstellung beim Umweltbundesamt sowie der weiteren Vermarktung haben, als auch für uns als zuständige Stelle kann es vorteilhaft sein, wenn Anträge gebündelt werden. Eine Bündelung größerer Mengen dürfte alle Beteiligten entlasten“, erklärt das Umweltbundesamt (UBA).

Was benötigen Privatkunden und Privatkundinnen?

Die Zugangsbedingungen sind einfach. Alles, was Privatkunden benötigen, sind ihre Kontaktdaten und den Fahrzeugschein. Ladesäulenbesitzer müssen zusätzlich noch den Wer der umgesetzten Kilowattstunden ermitteln. Das Interesse am Quotenhandel scheint, laut Start-ups wie GreenTrax und Emovy, stark zu steigen. Sowohl auf Seiten der privaten Elektroauto-Besitzer:innen als auch bei Unternehmen.

In einem Gespräch mit dem Handelsblatt teilte Emovy-Geschäftsführer Matthias Kerner mit: „Durch die gesetzlichen Novellierungen ab 2022 ist die Bekanntheit und das Interesse an diesem Thema deutlich gestiegen. Wir gehen davon aus, dass die Marktpreise für THG-Quoten in den kommenden Monaten wieder sinken, aber auf einem recht hohen Niveau verbleiben werden.“ Dies läge zum einen an der steigenden Quotenverpflichtung und zum anderen an Abschaffungen diverser Erfüllungsoptionen.

Privatpersonen können durch die THG-Quote jährlich mehrere Hundert Euro ergattern. Selbst Ladesäulenbetreiber können mit einer Förderung von 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Das könne man einfach nicht ignorieren.


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