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Stellantis schockt mit Milliardenabschreibung: Aktie stürzt ab

Stellantis-Logo - Stellantis-Pressefoto
  • Stellantis verschreckt Anleger und Investoren mit einer milliardenschweren Abschreibung auf seine Elektrostrategie.
  • Die Aktie gibt daraufhin um knapp 30% nach.
  • Der Vorgang belastet am Freitag den gesamten europäischen Automobilsektor.

Der Autokonzern Stellantis sorgt mit einer milliardenschweren Abschreibung für Verunsicherung an den Börsen und zieht damit den gesamten europäischen Automobilsektor nach unten. Hintergrund ist eine deutliche Korrektur der Elektroauto-Strategie, vor allem auf dem wichtigen US-Markt. Die Stellantis-Aktie brach daraufhin um rund 18 Prozent ein, im weiteren Handelsverlauf hat sie das Minus auf in der Spitze rund 27% ausgeweitet. Auch andere Hersteller gerieten unter Druck: Die Papiere von Volkswagen verloren 2,3 Prozent, BMW 1,5 Prozent und Porsche 3,2 Prozent.

E-Auto-Strategie in bisheriger Form funktioniert für Stellantis nicht

Stellantis, hervorgegangen aus der Fusion von PSA und FCA, bündelt Marken wie Peugeot, Fiat, Opel, Chrysler und Jeep. Das Management kündigte an, die Entwicklungspläne für Elektroautos zurückzufahren. Für die zweite Jahreshälfte des vergangenen Jahres werden dadurch Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro verbucht. Unter dem Strich rechnet der Konzern für diesen Zeitraum mit einem vorläufigen Verlust zwischen 19 und 21 Milliarden Euro.

Vorstandschef Antonio Filosa erklärte, man habe die Dynamik der Elektromobilität überschätzt. Allein rund 15 Milliarden Euro der Abschreibungen entfallen auf die strategische Kehrtwende in den USA. Dort haben der Wegfall staatlicher Förderungen unter Präsident Donald Trump sowie gelockerte Abgasvorgaben dazu geführt, dass Stellantis mehrere E-Modelle streicht und künftig geringere Erträge aus der Elektromobilität erwartet.

Dividende gestrichen: Aktie im freien Fall

Für die Aktionäre hat das Konsequenzen: Für 2025 wird keine Dividende ausgeschüttet. Zusätzlich plant der Konzern, sich über die Ausgabe neuer Anleihen bis zu fünf Milliarden Euro frisches Kapital zu beschaffen, um die Bilanz zu stabilisieren.

Mit dem Schritt reiht sich Stellantis in eine Entwicklung ein, die auch US-Hersteller wie Ford und General Motors bereits vollzogen haben. Beide hatten ihre ambitionierten Elektroziele angesichts schwacher Nachfrage und veränderter politischer Rahmenbedingungen ebenfalls zurückgeschraubt.

Im Zuge der Neuausrichtung verkauft Stellantis zudem seine 49-prozentige Beteiligung an einem Batteriewerk in Kanada für einen symbolischen Preis von 100 Dollar an den südkoreanischen Konzern LG Energy Solution. Die vollständige Kontrolle über den Standort geht damit an den Partner über, obwohl zuvor mehr als fünf Milliarden kanadische Dollar investiert worden waren.

Marktbeobachter sprechen von einem weiteren Schock für den Sektor. Bereits zuvor hatte Volvo, mehrheitlich im Besitz von Geely, mit einem deutlichen Gewinneinbruch für Ernüchterung gesorgt. Stellantis trifft die Entwicklung in einer ohnehin schwierigen Phase: In Nordamerika, dem traditionell wichtigsten Gewinnbringer, kämpft der Konzern mit rückläufigen Absätzen und sinkenden Preisen. Die Aktie steht seit Längerem unter Druck und hat in den vergangenen Jahren massiv an Wert verloren.


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