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Schwere Vorwürfe und Strafanzeigen: Betriebsratstreit bei Tesla in Grünheide eskaliert

Tesla auf dem Gelände der Gigafactory in Grünheide
Tesla auf dem Gelände der Gigafactory in Grünheide, Bild: Maxim/Unsplash
  • Wenige Wochen vor der Betriebsratswahl im Tesla-Werk in Grünheide eskaliert der Konflikt zwischen dem Unternehmen und der IG Metall.
  • Auslöser ist der Vorwurf von Tesla, ein externer Gewerkschaftsvertreter habe heimlich eine Sitzung des Betriebsrats aufgezeichnet.
  • Das Unternehmen erstattete daraufhin Strafanzeige und schaltete die Polizei ein.

Der Ärger um die Arbeit des Betriebsrats in Teslas Werk in Grünheide reißt nicht ab: In einer internen Mitteilung an die Belegschaft heißt es, der betreffende Gewerkschaftssekretär sei von einem Betriebsratsmitglied beim Anfertigen einer Aufnahme beobachtet worden. Laut Werksleiter André Thierig habe die Polizei den Computer des Betroffenen sichergestellt und Zeugenaussagen aufgenommen.

Gewerkschaft: Versuche, Betriebsratswahl zu beeinflussen

Die IG Metall weist die Anschuldigungen entschieden zurück und spricht von einer gezielten Kampagne. Die Vorwürfe seien frei erfunden und dienten offenbar dazu, die anstehende Betriebsratswahl zu beeinflussen. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe ein Vertreter der Arbeitgeberseite während der Sitzung plötzlich behauptet, es werde mitgeschnitten. Der Beschuldigte habe keine Gelegenheit erhalten, sich zu äußern. Stattdessen sei die Sitzung unterbrochen und anschließend Werkschutz sowie Polizei verständigt worden, heißt es in Medienberichten.

Im aktuellen Betriebsrat ist die IG Metall vertreten, verfügt jedoch nicht über die Mehrheit. Anfang März wird das Gremium neu gewählt. Die Gewerkschaft tritt mit eigener Liste an und strebt eine stärkere Position an.

Rechtliche Schritte stehen im Raum

Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, kritisierte das Vorgehen des Unternehmens scharf. Man sei zwar harte Auseinandersetzungen gewohnt, doch in diesem Fall seien demokratische Standards überschritten worden. Die Gewerkschaft prüfe rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen.

Der Vorfall verschärft die Spannungen im Werk Grünheide, wo das Verhältnis zwischen Management und Gewerkschaft seit Längerem als angespannt gilt.


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