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Weltklimakonferenz

COP26: Schluss mit Verbrennern ab 2035? Ausstiegspläne der EU

Tanken
Tanken; Quelle: Skitterphoto/Pixabay

Business. 2035 könnte Schluss mit dem Auto sein, wie wir es bislang kennen. 24 Staaten, elf Autohersteller, 38 Regionen und Städte unterzeichneten am vergangenen Mittwoch, den 10. November, eine Erklärung zu emissionsfreien Fahrzeugen auf der Weltklimakonferenz in Glasgow. Deutschland hat die Erklärung nicht unterzeichnet. So sehen die Ausstiegspläne der EU und weiterer Staaten aus.

„Hier wird zu kurz gedacht“, lehnt BMW-Chef Oliver Zipse die vorzeitigen Verbrennerverbote ab. Der bayerische Konzern werde auch nicht die Glasgower Konvention zum schnellen Ausstieg aus der Technik unterzeichnen. Beides führe nicht dazu, dass ein Angebot für Ladeinfrastruktur entstehe. Vielmehr würden die Verbraucher:innen ihre alten Autos möglichst lange weiterfahren.

Deutschland hat die Erklärung nicht unterzeichnet, um sich den Weg für synthetische Kraftstoffe offen zu halten, die in Verbrennungsmotoren weiterhin genutzt werden können. BMW-Chef Zipse sieht das ebenso. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren werde dazu führen, „dass wir eine Technologie nicht weiterentwickeln, die wir 2035 noch brauchen werden.“ Konkurrent Audi hält dagegen. Der Autobauer will ab 2026 Verbrennermotoren einstellen.

„Fit for 55“

In ihrem neuen Klima-Plan „Fit for 55“ fordert die EU-Kommission, die sich nun endlich hinsichtlich der Verbots-Geschichte vor den Zug zu spannen scheint, die jährliche CO2-Emission für jedes Fahrzeug 2035 auf null zu reduzieren. Das würde das Ende der klassischen Verbrenner bedeuten. Zulässig wären dann nur noch reine Elektroautos oder Fahrzeuge, die mit Wasserstoff, Biokraftstoff oder E-Fuels betankt werden können.

Bis der Plan umgesetzt werden kann, muss er noch den ganzen Gesetzgebungs-Prozess durchlaufen. Inklusive der Zustimmung jedes einzelnen EU-Mitgliedstaates. Von einigen Ländern, in denen die heimische Autoindustrie einen Großteil zur jeweiligen Wirtschaftsleistung beiträgt, wird starker Gegenwind erwartet. Im Gegenzug gibt es aber auch Befürworter unter den Staaten. Bereits im März 2021 forderte die Niederlande die EU-Kommission dazu auf, ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos zu nennen. Außerdem forderte sie bessere Ladeinfrastrukturen und strengere CO2-Emissions-Standards. Österreich, Belgien, Dänemark, Griechenland, Malta, Irland, Litauen und Luxemburg galten auf diesem Non-Paper ebenfalls als Absender.

Einfahrbeschränkungen in Europa
Einfahrbeschränkungen in Europa; Quelle: Berylls Strategy Advisors

Dänemark, Spanien, Griechenland und Co mit eigenen Plänen

Bereits 2018 versuchte Dänemark auf eigene Faust ein Verbrenner-Verbot ab 2030 durchzusetzen. Das Land musste die Pläne aber zurückziehen, da sie gegen EU-Recht verstießen. Seitdem kam es zu weiteren Versuchen der Skandinavier. Ob sich die Dänen mit der EU-Linie eines Verbrennerverbotes ab 2035, fünf Jahre nach dem eigenen Ziel, zufriedengeben werden, bleibt abzuwarten. Irland, die Niederlande, Slowenien und Schweden taten es den Skandinaviern gleich. Spanien verabschiedete erst kürzlich ein Energiewende-Gesetz, nach dem bis 2023 in allen spanischen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern Zonen eingerichtet werden sollen, in denen der Verkehr mit besonders klimaschädlichen Fahrzeugen beschränkt ist. Ab 2040 sollen in Spanien keine Verbrenner mehr verkauft werden dürfen. Zehn Jahre später sollen sie sogar gänzlich verboten werden.

Frankreich entschied sich, sich bis 2040 Zeit zu lassen. Griechenland hingegen will ab 2030 den Verkauf neuer Verbrennermotoren verbieten.

Streng in Norwegen und Großbritannien

Nicht-EU-Land Norwegen und Nicht-Mehr-EU-Land Großbritannien regen rigorose Vorhaben an. In Norwegen gilt das Verbrenner-Verbot bereits ab 2025. Die Briten zogen die Verbrenner-Sperre auf 2035 vor. 2030 sei sogar auch möglich. Benziner und Diesel sollen künftig auch bei Nutzfahrzeugen ausrangiert werden. Auch Kanada plant ein Verbot von 2050 auf womöglich 2035 vorzuziehen. In den USA ist derweil ein Wettstreit darüber entbrannt, welcher Bundesstaat den schnellsten Ausstieg aus dem Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren schafft.

Bei den Schotten wird es sogar noch heftiger: Ab 2032 greift das Verbots-Gesetz. Dann auch für Hybridfahrzeuge ohne externen Ladeanschluss.

China wartet bis 2060

Eine Verbannung für Verbrenner in China wird es wohl erst 2060 geben. Zu dieser Entscheidung kam die Zentralregierung nach jahrelangem Ringen. Bereits seit 2017 wird dieses Thema in China diskutiert.

Fakt ist: Im Rennen um Klimaneutralität und Emissionslosigkeit in Europa ist das letzte Wort noch nicht gefallen. Die Mitgliedsstaaten müssen dem „Fit for 55“-Plan der Kommission erst noch zustimmen. Die einen befürworten ein Verbot früher, die anderen wollen es später.


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