Jahresergebnis
Reichlich durchwachsen: Renault legt Zahlen für 2025 vor

- Renault hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Umsatz zwar leicht gesteigert, musste unter dem Strich jedoch einen hohen Verlust ausweisen.
- Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch Sondereffekte im Zusammenhang mit der Beteiligung an Nissan sowie Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten.
- Auch bei den Franzosen leidet die Marge zuletzt deutlich.
Renault wird vom allgegenwärtigen Abgesang auf die westliche Autoindustrie nicht gar so hart getroffen, wie die deutschen Autobauer. Wirklich zufrieden können aber auch die Franzosen nicht sein, wie die frisch vorgelegten Zahlen für 2025 zeigen. Der Konzernumsatz legte um 3 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro zu. Währungsbereinigt betrug das Plus 4,5 Prozent. Im Kerngeschäft Automotive stieg der Erlös um 1,8 Prozent auf 51,4 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte, insbesondere durch die Abwertung der türkischen Lira und des argentinischen Peso, belasteten den Umsatz um rund 814 Millionen Euro.
Zulassungen mit Mini-Plus
Die Zulassungen erhöhten sich um 3,2 Prozent, wobei der positive Volumeneffekt durch geringere Lageraufstockungen im Händlernetz teilweise relativiert wurde. Zum Jahresende lagen die Bestände mit 539.000 Fahrzeugen auf einem aus Konzernsicht soliden Niveau. Rückenwind kam zudem vom Produktmix, unter anderem durch neue Modelle wie den Renault 5, den Dacia Bigster oder die Alpine A290. Der Preisdruck, vor allem in Europa, führte hingegen zu einem leicht negativen Preiseffekt.
Die Marge leidet auch bei Renault
Deutlich schwächer entwickelte sich die Profitabilität. Die operative Marge des Konzerns sank von 7,6 auf 6,3 Prozent, das operative Ergebnis verringerte sich von 4,26 auf 3,63 Milliarden Euro. Im Automotive-Bereich halbierte sich die operative Marge nahezu auf 4,2 Prozent. Neben Währungseffekten belasteten ein höherer Elektroautoanteil, ein ungünstiger Mix bei leichten Nutzfahrzeugen sowie gestiegene Garantiekosten das Ergebnis. Positiv wirkten Kostensenkungen in der Produktion und eine strikte Ausgabenkontrolle.
Unter dem Strich weist die Renault Group jedoch einen Konzernverlust von 10,9 Milliarden Euro aus. Hauptgrund ist ein nicht zahlungswirksamer Buchverlust von 9,3 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der geänderten Bilanzierung der Nissan-Beteiligung. Hinzu kamen Wertminderungen von 0,9 Milliarden Euro sowie Restrukturierungskosten. Ohne diese Nissan-bezogenen Effekte hätte das Konzernergebnis bei 715 Millionen Euro gelegen.
Der operative Cashflow im Automotive-Geschäft erreichte 4,74 Milliarden Euro. Der Free Cashflow lag bei 1,47 Milliarden Euro, trotz Restrukturierungsaufwendungen und eines Abbaus des Betriebskapitals. Die Netto-Cash-Position im Automotive-Bereich verbesserte sich leicht auf 7,37 Milliarden Euro, die Liquiditätsreserve blieb mit 17,7 Milliarden Euro auf hohem Niveau.
Die Investitionen in Sachanlagen und Forschung und Entwicklung beliefen sich auf rund 4 Milliarden Euro, entsprechend 6,9 Prozent des Umsatzes. Damit reduzierte der Konzern seine Investitionsquote im Vergleich zum Vorjahr leicht.
Den Aktionären soll für 2025 eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Damit bleibt die Ausschüttung trotz des ausgewiesenen Nettoverlusts stabil, was den bereinigten Gewinn und die solide Liquiditätslage widerspiegelt.
Für 2026 stellt sich Renault auf ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld ein. Der Konzern erwartet eine operative Marge von rund 5,5 Prozent sowie einen Free Cashflow im Automotive-Bereich von etwa 1 Milliarde Euro. Strategisch setzt Renault auf eine Produktoffensive mit neuen Elektro- und Hybridmodellen in Europa sowie auf weiteres Wachstum in internationalen Märkten wie Lateinamerika, Indien und Südkorea.