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Null Promille am Steuer: 71 Prozent der Deutschen wollen ein absolutes Alkoholverbot

Null Promille am Steuer
Null Promille am Steuer; Bild: Pexels Adult auf pixabay

Ein Bier zum Feierabend, ein Glas Wein beim Abendessen und anschließend noch ans Steuer? Damit könnte nach dem Willen vieler Bundesbürger künftig Schluss sein. Laut einer aktuellen TÜV Mobility Studie befürworten 71 Prozent der Befragten eine Null-Promille-Grenze für Autofahrer. Der TÜV-Verband fordert deshalb ein grundsätzliches Alkoholverbot für alle Kraftfahrzeuge. Auch für Radfahrer sollen strengere Vorschriften gelten.

Null Promille: Große Zustimmung, aber deutliche Unterschiede

Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands insgesamt 2.504 Erwachsene. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zustimmung zum Alkoholverbot stark vom jeweiligen Verkehrsmittel abhängt.

So viele Befragte befürworten null Promille:

  • Auto 71 %
  • Motorrad, Roller und Mofa 74 %
  • E-Scooter 67 %
  • Fahrrad 54 %

Bemerkenswert: Fast jede zweite befragte Person (49 Prozent) befürwortet ein absolutes Alkoholverbot für sämtliche abgefragten Fahrzeugarten. Lediglich 18 Prozent lehnen eine Null-Promille-Grenze grundsätzlich ab.

Warum ist Alkohol am Steuer überhaupt noch erlaubt?

In Deutschland gilt für die meisten Autofahrer bislang die 0,5-Promille-Grenze. Wer allerdings alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, kann sich bereits ab 0,3 Promille strafbar machen. Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gilt grundsätzlich null Promille.

Beim Fahrrad liegen die Grenzen deutlich höher. Erst ab 1,6 Promille wird eine absolute Fahruntüchtigkeit angenommen. Bei auffälligem Fahrverhalten können jedoch auch Radfahrer bereits ab 0,3 Promille strafrechtliche Konsequenzen erwarten.

Der TÜV-Verband sieht darin Handlungsbedarf. Denn Alkohol beeinträchtigt Konzentration, Wahrnehmung und Reaktionsvermögen bereits in geringen Mengen. Nach den in der Studie genannten europäischen Verkehrssicherheitsdaten ist das Risiko, an einem tödlichen Unfall beteiligt zu sein, bei 0,3 Promille fast doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand.

TÜV fordert strengere Regeln für alle Verkehrsteilnehmer

Neben der Null-Promille-Grenze für Kraftfahrzeuge fordert der TÜV-Verband weitere Änderungen. So soll die Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit von Radfahrern von 1,6 auf 1,1 Promille sinken. Außerdem soll ein eigener Bußgeldtatbestand für alkoholisierte Radfahrer eingeführt werden.

Auch bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) soll früher angesetzt werden. Der Verband fordert eine verpflichtende Untersuchung bei Alkoholfahrten bereits ab 1,1 statt wie bisher in der Regel ab 1,6 Promille.

Null Promille für alle, sinnvoll oder übertrieben?

Die Ergebnisse zeigen eine breite Unterstützung für strengere Alkoholregeln. Allerdings bleibt die Frage, ob für Autofahrer, E-Scooter-Nutzer und Radfahrer dieselben Grenzen gelten sollten. Schließlich unterscheiden sich Geschwindigkeit, Fahrzeuggewicht und mögliche Unfallfolgen erheblich.

Eine gesetzliche Einführung der Null-Promille-Grenze ist derzeit nicht beschlossen. Die TÜV-Forderung dürfte die Debatte über Alkohol im Straßenverkehr jedoch erneut anstoßen.

Denn unabhängig vom Verkehrsmittel bleibt die entscheidende Frage: Wie viel Alkohol ist mit sicherer Teilnahme am Straßenverkehr überhaupt vereinbar?


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Über den Autor

Christian Lahl

Christian Lahl ist Redakteur und Autor bei Sparneuwagen.de. Sein Schwerpunkt liegt auf Leasingangeboten, Fahrzeugdeals und aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche. Dabei legt er besonderen Wert darauf, Angebote transparent einzuordnen und die wichtigsten Konditionen verständlich zusammenzufassen.