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E20 kommt: Was der neue Kraftstoff bringt und wer in tanken kann

Tankstelle
Tankstelle, Quelle: Iade Michoko, Pixabay
  • E20 steht in den Startlöchern.
  • Nach E5 und E10 soll der neue Kraftstoff mit 20 Prozent Ethanolanteil ab 2027 oder 2028 schrittweise an deutschen Tankstellen eingeführt werden.
  • Ziel ist es, den fossilen Anteil im Benzin weiter zu reduzieren und CO2 Vorgaben kosteneffizient zu erfüllen.

Der neue Kraftstoff E20 soll in den kommenden Jahren Schritt für Schritt an deutschen Tankstellen eingeführt werden:  Für Autofahrer stellt sich damit die zentrale Frage, welche Modelle den neuen Sprit vertragen.

Volkswagen schafft Klarheit für Konzernmarken

Ein internes Schreiben des Volkswagen Konzerns definiert nun die Freigaben für die Marken VW, Audi, Skoda, Seat und Cupra. Demnach sind nahezu alle Fahrzeuge ab Modelljahr 2016 für E20 geeignet. Laut Hersteller wurden umfangreiche Tests durchgeführt, um die Materialverträglichkeit und Systemstabilität sicherzustellen.

Die Freigabe umfasst auch leistungsstarke Modelle wie den Audi RS 6 oder den Audi R8. Damit signalisiert der Konzern, dass selbst hochmotorisierte Fahrzeuge grundsätzlich mit dem höheren Ethanolanteil betrieben werden können, sofern sie nicht unter spezifische Ausnahmen fallen.

Klare Grenze bei bestimmten Hochleistungsaggregaten

Eine relevante Einschränkung betrifft 2,0 Liter Turbomotoren mit mehr als 300 PS beziehungsweise 221 kW. Diese Triebwerke sind nicht für E20 freigegeben. Dazu zählen unter anderem aktuelle Performance Varianten wie der Golf R oder der GTI Edition 50.

Hintergrund sind mögliche materialtechnische Risiken. Der höhere Ethanolanteil kann unter hoher thermischer und mechanischer Belastung Aluminiumbauteile in Kraftstoffpumpen angreifen. Korrosion könnte die Dichtheit des Systems beeinträchtigen. Zusätzlich können Dichtungen und Schläuche durch den Alkoholanteil stärker beansprucht werden, was im Extremfall zu Undichtigkeiten und Folgeschäden führen kann. Solche Szenarien gelten jedoch als selten.

Auch BMW und Mercedes bereiten Flotten vor

Neben Volkswagen arbeiten auch BMW und Mercedes an der E20 Tauglichkeit ihrer Modellpaletten. Ein Großteil der aktuellen Fahrzeuge ist nach Medienberichten bereits vorbereitet oder technisch kompatibel.

Preislich könnte E20 einen spürbaren Vorteil bringen. Experten gehen von bis zu fünf Cent geringeren Kosten pro Liter im Vergleich zu E10 aus. Grund ist, dass der höhere Ethanolanteil nicht unter die staatliche CO2 Abgabe fällt, was sich direkt an der Zapfsäule niederschlagen dürfte.

So prüfen Autofahrer die E20 Freigabe

Aber kann Ihr Auto den neuen Kraftstoff tanken? So finden Sie es heraus:

  • Blick in die Tankklappe. Auf der Innenseite befindet sich bei freigegebenen Fahrzeugen ein rundes Symbol mit der Kennzeichnung E20
  • Kontrolle der Betriebsanleitung. Auch dort ist die Kraftstofffreigabe dokumentiert

Rückfrage beim Hersteller oder in der Vertragswerkstatt. Bei Unsicherheiten ist dies die verlässlichste Informationsquelle

Mit der geplanten Einführung von E20 erhält der Verbrenner eine weitere Transformationsstufe. Für viele Fahrzeuge dürfte der Umstieg problemlos möglich sein, bei bestimmten Hochleistungsmodellen ist jedoch besondere Aufmerksamkeit geboten.


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