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Tankrabatt

Der Tankrabatt endet und die Spritpreise schießen hoch

Tankstelle
Tankstelle, Quelle: Iade Michoko, Pixabay
    • Mit dem Auslaufen des Tankrabatts zum 1. Juli müssen Autofahrer wieder mit höheren Kraftstoffpreisen rechnen.
    • Bereits in den Tagen vor dem Ende der Steuervergünstigung sind die Preise für Benzin und Diesel spürbar gestiegen.
    • Bis die Preise wieder auf frühere Niveaus zurückkehren, dürfte es noch dauern.

Der Tankrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter endet um Mitternacht. Aufgrund der sogenannten 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen die Preise jedoch erst ab dem Mittag anpassen. Deshalb wurde erwartet, dass viele Autofahrer die verbleibenden Stunden für einen letzten Tankstopp zu den günstigeren Konditionen nutzen.

Preise zogen zuletzt wieder an

Nach Einschätzung des ADAC fällt der Preisanstieg bereits vor dem offiziellen Ende des Tankrabatts auf. Der Automobilclub weist darauf hin, dass für die Besteuerung der Zeitpunkt der Kraftstofflieferung und nicht der Verkauf an der Zapfsäule entscheidend ist. Viele Tankstellen dürften daher am Vormittag des 1. Juli noch Kraftstoff verkauft haben, der zu den bisherigen Steuersätzen eingekauft wurde. Aus Sicht des ADAC müssten die Preise deshalb theoretisch erst in den darauffolgenden Tagen deutlich anziehen.

Ölpreise fallen wieder

Parallel haben sich die internationalen Ölpreise zuletzt schneller als erwartet abgeschwächt. Das dämpft zwar den Preisanstieg an den Zapfsäulen, sorgt aber bislang nicht für dauerhaft sinkende Kraftstoffpreise. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Preissteigerungen am Rohölmarkt häufig schneller an Verbraucher weitergegeben werden als sinkende Einkaufskosten.

Nach Einschätzung von Ökonomen fällt das Ende des Tankrabatts deshalb weniger stark ins Gewicht als noch vor einigen Wochen erwartet. Während die Rohölpreise inzwischen auf rund 70 US-Dollar je Barrel gefallen sind, lagen die Erwartungen zuvor noch deutlich höher. Dennoch dürfte das Preisniveau an den Tankstellen vorerst über dem Niveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs bleiben.

Der ADAC hatte zuletzt erklärt, dass Benzin und Diesel bei einer anhaltenden Entspannung an den Rohölmärkten trotz des Wegfalls des Tankrabatts eigentlich unter der Marke von zwei Euro je Liter bleiben müssten. Während Diesel zuletzt im Durchschnitt bei rund 1,76 Euro pro Liter lag, kosteten Super E5 etwa 1,90 Euro und Super E10 rund 1,84 Euro pro Liter. Ob diese Werte nach dem Ende der Steuervergünstigung gehalten werden können, bleibt abzuwarten.

Der Bund rechnet für den Tankrabatt mit Kosten von rund 1,6 Milliarden Euro. Analysen der Monopolkommission und des Ifo-Instituts kamen laut Medienberichten allerdings zu dem Ergebnis, dass die Steuerentlastung insbesondere beim Dieselkraftstoff nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde.

Auch der finanzielle Vorteil für Autofahrer fiel insgesamt vergleichsweise gering aus. Bei vollständiger Weitergabe der Steuerersparnis hätte ein typischer Dieselfahrer mit einer Jahresfahrleistung von 17.000 Kilometern und einem Verbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometer rund 33 Euro eingespart. Für einen durchschnittlichen Benzinfahrer mit 9.500 Kilometern Jahresfahrleistung und einem Verbrauch von acht Litern pro 100 Kilometer hätte die Ersparnis bei etwa 21 Euro gelegen.

Unter Wirtschaftsexperten war der Tankrabatt von Beginn an umstritten. Kritiker bemängelten unter anderem die fehlende soziale Treffsicherheit sowie den geringeren Anreiz zum Kraftstoffsparen, der bei dauerhaft hohen Preisen zu einer sinkenden Nachfrage und damit langfristig auch zu niedrigeren Marktpreisen beitragen könnte.


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