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BYD bringt sich in Deutschland bei Taxidiensten ins Gespräch

BYD Seal 6 Touring
BYD Seal 6 Touring; Quelle: BYD
    • BYD möchte sein Unternehmenskundengeschäftin Deutschland ausbauen.
    • Insbesondere Taxi- und Mietwagenunternehmen hat man im Visier.
    • Den Firmen möchte man mit eigens eingerichteten Umrüstzentren und Aktionsangeboten den Umstieg auf die eigenen Stromer schmackhaft machen.

BYD baut sein Geschäft mit gewerblichen Kunden in Deutschland aus und richtet sich mit einem neuen Angebot gezielt an Taxiunternehmen und Mietwagenbetreiber. Das Paket umfasst Fahrzeug, Taxiumbau sowie eine schnelle Auslieferung. Bundesweit stehen dafür vier spezialisierte Umrüstpartner bereit, zudem hält BYD nach eigenen Angaben rund 100 Fahrzeuge kurzfristig verfügbar. Im Mittelpunkt der Offensive steht zunächst allerdings kein reines Elektroauto, sondern der Plug-in-Hybrid Seal 6 DM-i Touring.

Der 4,84 Meter lange Kombi bietet laut Hersteller eine elektrische Reichweite von bis zu 100 Kilometern sowie eine kombinierte Gesamtreichweite von bis zu 1.350 Kilometern nach WLTP. Perspektivisch soll das Angebot um die vollelektrischen Modelle Atto 3 Evo und Sealion 7 ergänzt werden.

Taxiunternehmen als attraktive Kundengruppe identifiziert

Für den Umbau zu einsatzbereiten Taxis arbeitet BYD mit den Unternehmen DIE Transform (Nümbrecht), Intax (Oldenburg), Heedfeld (Berlin) und Reuss (Hamburg) zusammen. Gemeinsam mit DIE Transform stehen nach Unternehmensangaben rund 100 bereits umgerüstete oder kurzfristig lieferbare Fahrzeuge bereit. Ziel sei es, Flottenbetreibern den Umstieg auf elektrifizierte Antriebe durch hohe Verfügbarkeit und attraktive Angebote zu erleichtern.

Die Fahrzeuge verlassen das Werk allerdings weiterhin ohne Taxiausstattung. Taxameter und weitere für den Personenbeförderungsbetrieb notwendige Komponenten werden erst durch die Partnerbetriebe installiert. Neu ist vor allem die enge Einbindung der Umrüster in den Vertriebsprozess, sodass Kunden Fahrzeug und Umbau aus einer Hand erhalten.

Mercedes-Rückzug öffnet Lücke für neue Wettbewerber

Mit dem Vorstoß stößt BYD in ein Marktsegment vor, das sich zuletzt verändert hat. Mercedes-Benz bietet seit Jahren keine werksseitig umgebauten Taxis mehr an und bestätigte Anfang 2026 erneut, an dieser Strategie festzuhalten. Dadurch konnten andere Hersteller, insbesondere Toyota, ihre Präsenz im Taxigeschäft ausbauen.

Obwohl BYD die Initiative als Beitrag zur Elektrifizierung von Flotten positioniert, basiert das Einstiegsmodell auf einem Plug-in-Hybridantrieb. Dessen Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent die Fahrzeuge geladen werden. Während der kombinierte WLTP-Verbrauch mit 1,7 Litern je 100 Kilometer angegeben wird, steigt der Verbrauch laut Hersteller bei leerer Batterie auf 5,0 Liter. Für einen hohen elektrischen Fahranteil sind daher regelmäßige Ladevorgänge und idealerweise eigene Ladeinfrastruktur an den Betriebsstandorten erforderlich.

Auch regional gibt es Einschränkungen. In Hamburg werden seit Anfang 2025 grundsätzlich nur noch lokal emissionsfreie Taxis und Mietwagen neu zugelassen. Plug-in-Hybride erfüllen diese Vorgabe nicht. Für diesen Markt verweist BYD auf die künftig verfügbaren Elektrofahrzeuge Atto 3 Evo und Sealion 7, die derzeit jedoch noch nicht Bestandteil des Taxiangebots sind.

Die Gewerbeoffensive ergänzt die aktuelle Vertriebsstrategie des Herstellers in Deutschland. BYD hatte zuletzt seine Rabattaktionen für Privatkunden bis Ende September verlängert und bietet je nach Modell deutliche Preisnachlässe. Parallel wächst das internationale Geschäft weiter: Im Juli legte der weltweite Absatz des Unternehmens um knapp 22 Prozent zu. Außerhalb Chinas erreichte BYD mit rund 180.000 ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen Höchstwert.

Mit dem Einstieg in das Taxigeschäft will der Hersteller seine Präsenz im Flottenmarkt ausbauen. Ob sich die angebotenen Modelle langfristig bei Taxiunternehmen etablieren können, dürfte neben den Anschaffungskosten vor allem von Faktoren wie Zuverlässigkeit, Restwert, Ersatzteilversorgung und Werkstattnetz abhängen.


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