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Brandgefahr bei Mercedes-E-Autos? Kritik an Akku-Strategie wächst

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Mercedes-Benz; Quelle: unsplash

Ein Bericht des Verbrauchermagazins „Marktcheck“ sorgt derzeit für Diskussionen rund um Elektroautos von Mercedes-Benz. Im Mittelpunkt stehen mögliche Probleme mit der Hochvoltbatterie bei den Modellen EQA und EQB. Demnach könnte ein Defekt in einzelnen Batteriezellen im Extremfall zu einem Brand führen.

Auslöser ist ein mögliches Kurzschlussrisiko innerhalb der Batterie, das unter bestimmten Bedingungen entstehen kann. In entsprechenden Fällen kann sich der Akku stark erhitzen und im schlimmsten Fall Feuer fangen. Der Hersteller hatte deshalb bereits Rückrufe gestartet. Betroffen sind Fahrzeuge aus den Baujahren 2021 bis 2024. Weltweit könnten mehr als 50.000 Fahrzeuge betroffen sein, darunter auch mehrere tausend in Deutschland.

Software-Update statt Batterietausch

Besonders kritisch wird bewertet, dass Mercedes zunächst nicht alle Batterien austauschte. Stattdessen setzte der Hersteller zunächst auf ein Software-Update, das die Brandgefahr reduzieren sollte.

Diese Maßnahme überwacht die Batterie und erkennt auffällige Werte einzelner Zellen. Im Zweifel kann das System die Leistung oder Ladefähigkeit des Akkus begrenzen, um eine Überhitzung zu vermeiden. Kritiker argumentieren jedoch, dass damit die eigentliche Ursache des Problems nicht vollständig beseitigt wird, sondern lediglich das Risiko reduziert wird.

Betroffene Fahrer berichten teilweise auch über Einschränkungen im Alltag. In einzelnen Fällen kann das Schnellladen länger dauern oder die maximal nutzbare Batteriekapazität vorübergehend reduziert werden.

Rückruf und Batterietausch angekündigt

Inzwischen hat sich die Situation teilweise verändert. Für bestimmte Fahrzeuge plant Mercedes inzwischen auch den Austausch der Hochvoltbatterie, sobald entsprechende Ersatzteile verfügbar sind.

Bis zur endgültigen Reparatur empfehlen Hersteller und Behörden teilweise Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

  • Batterie möglichst nicht über 80 Prozent laden
  • Fahrzeug möglichst im Freien parken
  • Rückruftermine in der Werkstatt wahrnehmen

Solche Empfehlungen gelten als typische Sicherheitsmaßnahme bei möglichen Batterieproblemen.

Herausforderungen für die Elektromobilität

Der Fall zeigt auch, welche Herausforderungen mit der Elektromobilität verbunden sind. Elektroautos nutzen Hochvoltbatterien, die große Energiemengen speichern. Obwohl Brände statistisch selten auftreten, können Defekte in einzelnen Batteriezellen schwerwiegende Folgen haben.

Solche Rückrufe betreffen jedoch nicht nur einen Hersteller. Auch andere Automarken mussten in den vergangenen Jahren Fahrzeuge wegen möglicher Batterieprobleme zurückrufen. Für die gesamte Branche bleibt die Sicherheit der Akkutechnologie daher ein zentrales Thema auf dem Weg zur Elektromobilität.

 

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