Datenschutz
Auto nach Hause telefonieren: Smarte Fahrzeuge als Datenschleuder

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- Viele Autofahrer haben offenbar kaum eine Vorstellung davon, wie mitteilsam ihre Gefährte sich im täglichen Straßenverkehr verhalten.
- Moderne Autos sind zunehmend mit dem Internet verbunden und tauschen über Mobilfunk, GPS und Smartphone-Apps Daten aus.
- Eine Untersuchung der Northeastern University im US-Bundesstaat Massachusetts und der Verbraucherorganisation Consumer Reports zeigt nun, dass dabei teilweise auch sensible Informationen an externe Unternehmen übermittelt werden.
Moderne Fahrzeuge neigen im Alltag beunruhigend oft dazu, übermäßig viel nachhause zu telefonieren, wie eine Untersuchung unlängst verdeutlicht. Für die Studie wurden 21 aktuelle Fahrzeuge von 17 Herstellern untersucht, darunter General Motors, Ford, Rivian, Tesla und Toyota. Zusätzlich analysierten die Forscher 30 zugehörige Smartphone-Apps. Bei 19 der 21 Fahrzeuge wurde mindestens eine Verbindung zu einem Drittanbieter festgestellt.
Sieben der untersuchten Apps übermittelten sensible Daten an Tracking- und Marketingunternehmen. Dazu gehörten Fahrzeug-Identifizierungsnummern, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und genaue Standortinformationen. Besonders problematisch kann die Kombination unterschiedlicher Daten sein: Erhält ein Unternehmen mehrere Informationen über dieselbe Person, lassen sich daraus detaillierte Nutzerprofile erstellen, die beispielsweise für Werbung genutzt oder an andere Unternehmen weitergegeben werden können.
Hersteller-Apps erhöhen Datenverkehr
Noch umfangreicher fiel die Datenweitergabe aus, wenn die Fahrzeuge mit den jeweiligen Hersteller-Apps verbunden wurden. In diesem Fall verdoppelte sich laut Untersuchung die Zahl der Übertragungen an externe Drittanbieter. Zu den Empfängern gehörten unter anderem Amazon, Google, Meta, Microsoft, Pinterest, Snap und Yahoo.
Tesla besonders geschwätzig
Besonders viele Verbindungen zu Werbe- und Trackingunternehmen stellten die Forscher beim Tesla Model 3 und Cybertruck fest. Gleichzeitig seien die Möglichkeiten für Tesla-Nutzer begrenzt, diese Datenströme zu unterbinden.
Honda reagiert auf Untersuchung
Consumer Reports konfrontierte die Hersteller mit den Ergebnissen. Die meisten verwiesen demnach auf die von den Kunden akzeptierten Datenschutz- und Nutzungsbedingungen. Honda reagierte dagegen mit einer konkreten Änderung: Das Unternehmen wies seinen Dienstleister Amplitude an, bereits übermittelte Geolokalisierungsdaten zu löschen und künftig keine entsprechenden Daten mehr zu sammeln.
Die Untersuchung sieht zudem ein grundsätzliches Transparenzproblem. Vielen Autobesitzern sei nicht ausreichend bewusst, welche Rechte sie den Herstellern mit der Zustimmung zu den jeweiligen Vereinbarungen einräumen. Consumer Reports zufolge können Nutzer beim Ablehnen bestimmter Datenvereinbarungen zudem Warnungen erhalten, dass Fahrzeugfunktionen eingeschränkt werden könnten und das Auto im Extremfall möglicherweise nicht mehr fahrbereit sei.
Verkehr
Über den Autor
Roman van Genabith
Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.Jetzt leasen!
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