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ADAC Test deckt auf Schadstoffe im Neuwagen sind messbar aber meist ungefährlich

Export von Volkswagen-Modellen
Am Volkswagen-Autoterminal am VW-Werk Emden stehen Neuwagen zur Verschiffung bereit; Quelle: Ingo Wagner/dpa

Der typische Neuwagengeruch ist für viele Autofahrer ein Highlight. Doch was so verlockend riecht, sind oft chemische Ausdünstungen aus Kunststoffen und Klebstoffen, die in der Produktion verwendet werden. Ein aktueller Test des ADAC in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik zeigt nun, wie stark Neuwagen tatsächlich mit Schadstoffen belastet sind und worauf Käufer achten sollten.

Junge Fahrzeuge dünsten am stärksten aus

Für die Untersuchung nahmen die Experten verschiedene Modelle genau unter die Lupe. Darunter befanden sich ein Hyundai Kona Hybrid, ein Dacia Spring, ein BYD Seal und zwei VW Golf eTSI unterschiedlichen Alters. In einer klimatisierten Messkammer wurde die Konzentration von Kohlenwasserstoffverbindungen in der Innenraumluft gemessen. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Schadstoffkonzentration umso höher ist, je jünger das Fahrzeug ist. So war die Belastung bei einem rund einen Monat alten VW Golf mehr als fünfmal so hoch wie bei einem baugleichen, aber bereits 200 Tage alten Modell. Auch der chinesische BYD Seal wies vergleichsweise hohe Werte auf.

Hitze verstärkt die Emissionen

Zwar überschritten alle getesteten Fahrzeuge den vom Umweltbundesamt festgelegten Referenzwert für flüchtige organische Verbindungen, jedoch erreichte keines der Autos eine akut gefährliche Konzentration. Bei normalen Umgebungstemperaturen von etwa 23 Grad blieben zudem alle Modelle unter dem künftigen gesetzlichen Grenzwert für Formaldehyd, der ab 2027 gilt. Wenn sich die Fahrzeuge jedoch aufheizten, beispielsweise durch intensive Sonneneinstrahlung im Sommer, stiegen die Messwerte spürbar an. Den höchsten Wert verzeichnete hierbei erneut der jüngste VW Golf im Test.

Richtiges Lüften schützt die Gesundheit

Die gute Nachricht für alle Neuwagenbesitzer ist, dass sich die Konzentration der ausgasenden Chemikalien durch einfache Maßnahmen drastisch senken lässt. Das Einschalten der Lüftung oder ein kurzes Stoßlüften vor Fahrtantritt reicht in der Regel aus, um die Schadstoffe in der Luft deutlich zu reduzieren. Der ADAC rät Käufern, die Innenraumluft gerade in den ersten Monaten nach der Fahrzeugübergabe regelmäßig auszutauschen.

Reklamation bei anhaltender Geruchsbelästigung

Sollte der unangenehme chemische Geruch auch nach mehreren Wochen nicht verfliegen, haben Autokäufer die Möglichkeit, diesen Mangel beim Händler schriftlich zu reklamieren. Um das genaue Alter des Fahrzeugs und somit die Dauer der möglichen Ausdünstung zu bestimmen, hilft ein Blick in die COC-Papiere. Dort ist das Datum der Endabnahme im Werk vermerkt. Das Datum der Erstzulassung im Fahrzeugschein kann durch lange Transportwege oder Standzeiten nämlich um mehrere Monate vom tatsächlichen Herstellungsdatum abweichen.