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Null-Toleranz bei Alkohol: TÜV fordert strengere Regeln für Autofahrer

Das Steuern eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Drogen gilt als eine der Hauptursachen für schwere Unfälle. Der TÜV-Verband fordert deshalb einen Null-Toleranz-Ansatz für Alkohol und andere Drogen. Anders als bisher soll es keine Promille-Grenze geben, der Verband setzt sich für ein absolutes Alkoholverbot am Steuer ein.
„Wer fährt, bleibt nüchtern“
Die Forderung ist klar: „Kein Alkohol, keine Drogen am Steuer“, schreibt der TÜV-Verband e.V. in einer Pressemeldung und bezieht damit vor dem 64. Verkehrsgerichtstag Stellung.
„Zwar gelten Bier, Wein und viele Spirituosen als Kulturgüter. Wir sollten uns aber von der Vorstellung verabschieden, dass selbst ein maßvoller Konsum im Straßenverkehr ungefährlich und somit akzeptabel ist“, erklärt Fani Zaneta, Expertin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. „Wir brauchen klare, eindeutige Regeln: Wer fährt, bleibt nüchtern. Ohne Wenn und Aber. Ein Null-Promille-Gesetz ist der logische Schritt für mehr Verkehrssicherheit. Es schafft Klarheit und schützt Menschenleben.“
Aktuell gibt es gesetzliche Spielräume für die Fahrt unter Alkohol. Wer bei einer Kontrolle unter 0,5 Promille intus hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Ab 1,1 Promille beginnt laut TÜV-Verband „die absolute Fahruntüchtigkeit“. Im Falle eines Unfalls bekommen teilalkoholisierte Fahrer jedoch schon mit 0,3 Promille eine Mitschuld, der Tatbestand wird als Straftat eingestuft.
Diese Regelung hat zur Folge, dass viele Autofahrer nach einem oder zwei alkoholischen Getränken anfangen zu rechnen. Ein absolutes Verbot von Alkohol und anderen Drogen beim Autofahren, würde hier Klarheit schaffen: Wer getrunken hat, fährt nicht mehr.
Verkehrsgerichtstag in Goslar als Anlass
Der TÜV-Verband e.V. nimmt den 64. Verkehrsgerichtstag zum Anlass, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Dabei beruft er sich auf die Unfallstatistik 2024. Europaweit stirbt rund ein Viertel der Verkehrstoten bei Unfällen unter Alkoholeinfluss. In Deutschland waren es 35.000 Unfälle, die auf Alkohol zurückzuführen sind. Dabei wurden 198 Menschen getötet und etwa 17.800 verletzt.
Der Verkehrsgerichtstag ist eine Konferenz, auf der Experten aus Justiz, Wissenschaft und Verbänden über Verkehrssicherheit sprechen. Er findet 2026 am 28. Januar in Goslar statt.
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