Tanken
Frust an der Zapfsäule: Tankstellenmitarbeiter bekommen Ärger über hohe Spritpreise ab

- Der Krieg im erdölreichen Nahen Osten hat die Kraftstoffpreise explodieren lassen.
- Tanken ist derzeit so teuer, wie seit Jahren nicht mehr.
- Den Ärger darüber bekommen derzeit vor allem die Tankstellenmitarbeiter zu spüren, die können jedoch nichts für die hohen Preise..
Die gestiegenen Kraftstoffpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten sorgen auch an deutschen Tankstellen für Unmut. Nach Angaben eines Branchenvertreters richtet sich der Ärger vieler Autofahrer jedoch häufig an die falsche Adresse.
Verbandsfunktionär: Tankstellenbetreiber können nichts für hohe Preise
Hans Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen und Tankstellengewerbes Nord Ost, erklärte, dass Tankstellenmitarbeiter an den Kassen zunehmend den Frust der Kunden zu spüren bekommen. Die Tankstellenbetreiber selbst hätten jedoch keinen direkten Einfluss auf die Preisgestaltung.
Die Preise würden von den Mineralölgesellschaften festgelegt und an die Tankstellen weitergegeben. In vielen Fällen erfolge die Anpassung automatisiert, sodass selbst das Personal vor Ort Preisänderungen oft erst bemerke, wenn sie bereits umgesetzt sind. Der Verband VGT Nord Ost vertritt Tankstellenbetreiber in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen.
Kunden tanken weniger und taktischer
Nach Beobachtungen aus dem Verband reagieren einige Verbraucher bereits mit verändertem Verhalten. In einkommensschwächeren Regionen werde teilweise nur noch in kleinen Mengen getankt. Manche Kunden kämen lediglich für wenige Euro an die Zapfsäule, um notwendige Fahrten zu erledigen. Andere würden verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, wenn bereits ein entsprechendes Ticket vorhanden sei.
Der sogenannte Tanktourismus in Nachbarländer wie Polen oder Tschechien hält sich derzeit noch in Grenzen. Rühlemann vermutet, dass viele Autofahrer ihre Fahrzeuge noch ausreichend betankt haben. Sollte das Preisniveau jedoch länger hoch bleiben, könnte dieser Effekt zunehmen. In Polen liege der Preis für Superbenzin derzeit teilweise um 40 bis 45 Cent pro Liter unter dem deutschen Niveau.
Der Verbandschef reagierte zudem auf Kritik, wonach die Spritpreise an den Tankstellen teilweise schneller steigen als die Einkaufskosten. Zwar könne es vorkommen, dass Preisanpassungen bereits erfolgen, obwohl der vorhandene Treibstoff noch zu niedrigeren Preisen eingekauft wurde. Umgekehrt würden Tankstellen bei sinkenden Marktpreisen jedoch ebenfalls häufig schneller reagieren und Kraftstoff trotz höherer Einkaufskosten günstiger anbieten, etwa aufgrund des Wettbewerbs zwischen den Stationen.
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