Mercedes
Einschüchterungen und Kündigungen: US-Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Mercedes

- Die Frage der Arbeitnehmervertretung in US-Werken deutscher Autobauer rückt erneut in den Fokus.
- Die US-Gewerkschaft United Auto Workers verschärft ihre Vorwürfe gegen Mercedes-Benz und wirft dem Konzern vor, in den Vereinigten Staaten systematisch gegen gewerkschaftliche Organisierung vorzugehen.
- Mercedes-Benz weist die Anschuldigungen entschieden zurück.
Während Beschäftigte in der deutschen Autoindustrie traditionell von starker Mitbestimmung und vergleichsweise hohen Löhnen profitieren, ist die Situation in den USA grundlegend anders. Dort sind Arbeitnehmervertretungen insbesondere in den Südstaaten die Ausnahme. Die UAW versucht seit Jahren, diese Strukturen aufzubrechen. Ein wichtiger Erfolg gelang der Gewerkschaft erst vor Kurzem im Volkswagen-Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. Dort vertreten die UAW-Vertreter seit weniger als zwei Jahren offiziell die Belegschaft. Es ist das erste Automobilwerk in den US-Südstaaten seit 1940 mit einer gewählten Gewerkschaftsvertretung und zugleich das erste eines ausländischen Herstellers. Für die Beschäftigten zahlte sich dies aus, zuletzt wurden deutliche Lohnerhöhungen sowie Bonuszahlungen vereinbart.
UAW: Mercedes agiert gewerkschaftsfeindlich
Nach Darstellung der UAW waren der Wahl in Chattanooga mehrere gescheiterte Anläufe vorausgegangen, die sie auf massive gewerkschaftsfeindliche Kampagnen und juristische Gegenwehr der Arbeitgeber zurückführt. Ähnliche Vorwürfe erhebt die Gewerkschaft nun erneut gegen Mercedes-Benz. In einem aktuellen Bericht beschuldigt sie den Konzern, im Werk im US-Bundesstaat Alabama Arbeitnehmerrechte zu verletzen und gezielt gegen gewerkschaftliche Bestrebungen vorzugehen. Unter anderem sei es zu unrechtmäßigen Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern gekommen, zudem habe das Unternehmen externe Berater engagiert, die auf die Verhinderung von Gewerkschaften spezialisiert seien. Auch im Autohaus des Konzerns in New York behindere Mercedes-Benz laut UAW die Verhandlungen über einen ersten Tarifvertrag.
Die Gewerkschaft spricht von Einschüchterung, Abmahnungen und Entlassungen von Beschäftigten, die sich für eine Arbeitnehmervertretung einsetzen. Entsprechende Beschwerden liegen der US-Arbeitsbehörde National Labor Relations Board vor, die derzeit ermittelt.
Mercedes weist Vorwürfe entschieden zurück
Mercedes-Benz weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte, weder die US-Gesellschaft noch Mitglieder des Vorstands hätten in das Recht der Beschäftigten eingegriffen, eine Gewerkschaft zu gründen. Vergeltungsmaßnahmen habe es nicht gegeben. Nach Angaben des Unternehmens habe die UAW nach einer Untersuchung durch die Arbeitsbehörde einen Großteil ihrer Vorwürfe bereits zurückgezogen. Zu den noch offenen Punkten gebe es bislang keine abschließenden Feststellungen der Behörde.
Ein zentraler Streitfall ist die Kündigung eines langjährigen Mitarbeiters und bekannten Gewerkschaftsvertreters im Werk in Alabama. Die UAW sieht darin ein Beispiel für gezielte Repression, Mercedes-Benz äußerte sich zu den konkreten Gründen der Entlassung nicht.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts sorgt zusätzlich für politische Aufmerksamkeit. Die UAW betont, dies sei Zufall. Beobachter verweisen jedoch darauf, dass der jüngste Erfolg der Gewerkschaft bei Volkswagen in Chattanooga den Druck auf andere Hersteller erhöht. Die UAW macht dabei keinen Hehl daraus, dass sie die deutsche Mitbestimmung als Vorbild sieht. In ihrem Bericht hebt sie hervor, dass Arbeitnehmer in Deutschland durch gesetzliche Regelungen deutlich besser vor Benachteiligung geschützt seien als viele Beschäftigte in den USA.
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