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Absatz rückläufig, weiter rote Zahlen: Bei Rivian läuft es zäh

Rivian R2 Interieur
Rivian R2 Interieur, Quelle: Pressefoto
  • Der US-Elektroautohersteller Rivian hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2025 trotz rückläufiger Fahrzeugauslieferungen gesteigert.
  • Die Erlöse kletterten um acht Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar, obwohl die Auslieferungen um 18 Prozent auf 42.247 Fahrzeuge sanken.
  • 2024 hatte Rivian noch 51.579 Einheiten ausgeliefert.

Bei Rivian sind die Vorzeichen schwierig: Der Absatz ging im vergangenen Jahr zurück. Dennoch konnte der E-Autobauer seinen Umsatz steigern. Im klassischen Fahrzeuggeschäft gingen die Umsätze um 15 Prozent auf 3,83 Milliarden US-Dollar zurück. Zwar erzielte Rivian pro Fahrzeug leicht höhere Erlöse, der Absatzrückgang konnte dadurch jedoch nicht kompensiert werden.

Software ist der Schlüssel

Wachstumstreiber war das Segment Software and Services. Hier legte der Umsatz um 222 Prozent auf 1,557 Milliarden US-Dollar zu. Hintergrund ist vor allem das 2024 gegründete Joint Venture mit Volkswagen zur Entwicklung von E/E-Architektur und Software. Volkswagen plant, die Technologie ab 2027 zunächst im ID.1 und später in Modellen auf Basis der SSP-Architektur einzusetzen. Seit Sommer 2025 hält Volkswagen 12,3 Prozent an Rivian und ist damit zweitgrößter Anteilseigner hinter Amazon, das mehr als 30.000 elektrische Lieferwagen von Rivian in seiner Flotte betreibt.

Rivian kommt nicht aus Verlustzone

Trotz der positiven Umsatzentwicklung schreibt Rivian weiter hohe Verluste. Unter dem Strich stand 2025 ein Minus von 3,6 Milliarden US-Dollar, nach 4,75 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Auch im vierten Quartal zeigte sich die angespannte Lage im Kerngeschäft. Der Gesamtumsatz sank auf 1,29 Milliarden US-Dollar nach 1,73 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Automotive-Erlöse fielen um 45 Prozent auf 839 Millionen US-Dollar. Rivian begründet dies unter anderem mit geringeren Einnahmen aus regulatorischen Gutschriften, dem Auslaufen staatlicher E-Auto-Förderungen in den USA sowie einem niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreis infolge eines höheren Anteils an Lieferfahrzeugen. Der Umsatz im Bereich Software und Services stieg hingegen um 109 Prozent auf 447 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust erhöhte sich im Quartal auf 804 Millionen US-Dollar.

Für 2026 setzt Rivian große Hoffnungen auf das neue Modell R2, ein kompaktes Elektro-SUV. Die Auslieferungen sollen im zweiten Quartal beginnen. Erste Validierungsfahrzeuge wurden im Januar im Werk in Normal, Illinois, produziert. Rivian plant für 2026 eine deutliche Absatzsteigerung auf 62.000 bis 67.000 Fahrzeuge, was einem Plus von bis zu 59 Prozent entspräche. Gleichzeitig soll sich der Verlust auf 1,8 bis 2,1 Milliarden US-Dollar verringern.


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