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Tempolimit

Umfrage: Tempolimit findet unter E-Auto-Fahrern starke Zustimmung

Autobahn bei Nacht
Autobahn bei Nacht, Quelle: Unsplash
    • Fahrer von Elektroautos stehen einem allgemeinen Tempolimit auf deutschen Autobahnen deutlich positiver gegenüber als Fahrer von Verbrennerfahrzeugen, das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des ACV Automobil-Club Verkehr.
    • Demnach bewerten 68 Prozent der E-Autofahrer eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung positiv.
    • Unter Fahrern von Benzin- und Dieselfahrzeugen liegt die Zustimmung bei 57 Prozent.

Ein generelles Tempolimit auf Fernstraßen ist im Autoland Deutschland noch immer ein emotional hochgradig aufgeladenes Thema. Gleichwohl, die allgemeine Zustimmung wächst, wenn auch mit deutlichen Unterschieden zwischen verschiedenen Gruppen von Autofahrern, wie eine aktuelle Befragung zeigt. Über alle Befragten hinweg sprechen sich 58 Prozent für ein Tempolimit aus, während 29 Prozent eine entsprechende Regelung negativ bewerten. Weitere 13 Prozent sind unentschieden.

Ein ähnliches Ergebnis hatte bereits die ACV-Mitgliederbefragung 2026 geliefert. Von 6.831 Teilnehmern befürworteten damals 51,9 Prozent ein allgemeines Tempolimit von 130 km/h.

Reichweite könnte Einstellung von E-Autofahrern beeinflussen

Der ACV vermutet, dass die höhere Zustimmung unter Elektroautofahrern mit deren Erfahrungen beim Energieverbrauch zusammenhängen könnte. Bei hohen Geschwindigkeiten steigt der Stromverbrauch deutlich, wodurch sich die Reichweite reduziert und gegebenenfalls zusätzliche Ladestopps erforderlich werden.

Wer mit einem Elektroauto langsamer fährt, kann deshalb häufig längere Strecken ohne Ladeunterbrechung zurücklegen. Dieser Zusammenhang könnte die Einstellung zur Geschwindigkeit beeinflussen.

Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Antrieb des Fahrzeugs und der Zustimmung zu einem Tempolimit kann die Umfrage allerdings nicht belegen.

„Im E-Auto wird hohes Tempo unmittelbar zur Reichweitenfrage“, erklärt ACV-Geschäftsführer Holger Küster. Die Erfahrungen mit dem Energieverbrauch könnten dazu führen, dass Fahrer den Nutzen hoher Geschwindigkeiten anders bewerten.

Frauen sprechen sich häufiger für Tempolimit aus

Deutliche Unterschiede zeigt die Untersuchung auch zwischen den Geschlechtern. Während 64 Prozent der befragten Frauen ein allgemeines Tempolimit positiv bewerten, sind es bei den Männern 54 Prozent.

Eine negative Haltung äußern 21 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer. Frauen führen zudem häufiger Verkehrssicherheit und Klimaschutz als Argumente für eine Geschwindigkeitsbegrenzung an.

Auch beim Fahrverhalten unterscheiden sich die Angaben. Auf freien Autobahnen fahren nach eigenen Angaben 18 Prozent der männlichen Autofahrer üblicherweise schneller als 150 km/h. Bei den Frauen beträgt dieser Anteil acht Prozent.

Gleichzeitig fühlen sich 82 Prozent der Männer auf Autobahnen sicher, gegenüber 68 Prozent der Frauen.

Mehrheit fühlt sich auf Autobahnen sicher

Insgesamt geben 74 Prozent der befragten Autofahrer an, sich auf deutschen Autobahnen sicher zu fühlen. Bei der Frage nach dem Straßentyp mit dem höchsten subjektiven Sicherheitsgefühl nennen 29 Prozent die Autobahn. Dahinter folgen Landstraßen mit 21 Prozent, Bundesstraßen mit 17 Prozent und innerörtliche Straßen mit 13 Prozent.

Die tatsächlichen Unfallzahlen zeigen allerdings ein anderes Bild der Gefährdungsschwerpunkte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen 2025 rund 56 Prozent aller Verkehrstoten auf Landstraßen. Auf Autobahnen kamen zehn Prozent der Verkehrstoten ums Leben.

Der ACV warnt deshalb davor, die Diskussion über Verkehrssicherheit ausschließlich auf Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen zu konzentrieren.

ACV bevorzugt variable Geschwindigkeitsbegrenzungen

Trotz der mehrheitlich positiven Bewertung eines allgemeinen Tempolimits spricht sich der Automobilclub nicht für eine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung aus.

In seinem aktuellen verkehrspolitischen Positionspapier befürwortet der ACV stattdessen streckenbezogene und variable Tempolimits. Diese sollen dort eingesetzt werden, wo sie nachweislich die Verkehrssicherheit erhöhen oder Umweltbelastungen reduzieren.

Vorrang sollen intelligente Verkehrssteuerungssysteme erhalten, die Geschwindigkeitsbegrenzungen dynamisch an Verkehrsaufkommen, Wetterbedingungen und Unfallgeschehen anpassen.

Entscheidend sei nicht allein die grundsätzliche Zustimmung zu einem Tempolimit, sondern die nachweisbare Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen, betont ACV-Geschäftsführer Küster. Geschwindigkeitsbegrenzungen müssten sich an den jeweiligen Strecken und Verkehrssituationen orientieren.


Themen des Beitrags:
Verkehr

Über den Autor

Roman van Genabith

Roman van Genabith ist Journalist und Autor bei Sparneuwagen.de. Seine Schwerpunkte liegen auf Elektromobilität, Automobilwirtschaft, Marktentwicklungen und Mobilitätspolitik. Dabei ordnet er aktuelle Entwicklungen auch anhand ihrer wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein.

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